L’auteur
Theodor Nöldeke est l’un des orientalistes allemands les plus connus. Son oeuvre reste encore aujourd’hui une référence incontournable dans les études coraniques contemporaines. Il naît à Hambourg et étudie les langues sémitiques aux universités de Göttingen, Vienne, Leiden, et Berlin. Un essai, "Histoire du Coran", lui vaut en 1859 le prix de l’Académie des inscriptions et belles-lettres en France. Il en publie l’année suivante une version augmentée en allemand. Il est nommé professeur à Kiel en 1864, puis en 1872 à Strasbourg, où il reste jusqu’à la fin de sa carrière en 1906.
Schwally, Friedrich Zacharias est célèbre pour avoir contribuer aux travaux de Noldeke dans l’élaboration d’une histoire critique du Coran. Il fit des études en théologie et philosophie. En 1900, il est Professeur de langues sémitiques à Strasbourg.
Préface
Vorrede des Verfassers der ersten Auflage zur zweiten Auflage.
Im Jahre 1898 überraschte mich der Herr Verleger mit der Anfrage, ob ich eine zweite Auflage meines Buches „Geschichte des Qoräns" herstellen wolle, oder aber, falls ich dazu nicht geneigt sei, einen Gelehrten nennen könne, dem man die Neubearbeitung des Buches anvertrauen dürfe. Da ich aus verschiedenen Gründen nicht daran denken konnte, dem Werk eine solche Gestalt zu geben, die mich selbst einigermaßen befriedigen würde, schlug ich nach kurzem Be- denken meinen alten Schüler und Freund, Professor Schwally, für die Arbeit vor, und dieser erklärte sich auch dazu bereit. Er hat dann das Buch, das ich vor einem halben Jahrhundert rasch vollendet hatte, so weit möglich, den heutigen An- forderungen angepaßt. Ich sage „so weit möglich", denn die Spuren der jugendlichen Keckheit ließen sich nicht ganz ver- wischen, wenn nicht ein ganz anderes Werk entstehen sollte. Gar manches, was ich damals mit mehr oder weniger großer Sicherheit hingestellt hatte, ist mir später recht unsicher geworden.
Ich hatte in mein Handexemplar gelegentlich ohne Konsequenz einzelne Notizen geschrieben, die Schwally be- nutzen konnte. Von dem, was jetzt gedruckt vorliegt, habe ich eine Korrektur gelesen ; dabei habe ich allerlei Rand- bemerkungen gemacht und es ihm überlassen, sie zu berücksichtigen oder nicht. Aber ich habe dabei nicht alles Einzelne nachgeprüft und nicht etwa solche Untersuchungen angestellt, als ob es sich um eine von mir selbst vorgenommene vollständige Durcharbeitung handelte. So hat die zweite Auflage zwar den Vorzug, Kesultate zweier Forscher zu geben, aber auch die Schwäche, daß die Verantwortung für sie eine geteilte ist. Ob es mir möglich sein wird, vom zweiten Teil auch nur eine Korrektur zu lesen, steht dahin, da mir die zu- nehmende Schwäche meiner Augen alles Lesen immer müh- samer macht.
Herrenalb (Württemberg) im August 1909.
Th. Nöldeke.
Vorrede des Bearbeiters.
Als ich mit dem ehrenvollen Auftrage betraut wurde, von Th. Nöldeke’s Geschichte des Qoräns eine zweite Auflage vorzubereiten, war es mir keinen Augenblick zweifelhaft, daß diesem, in der wissenschaftlichen Welt als Standard work an- gesehenen, Buche gegenüber die Neubearbeitung mit größter Behutsamkeit vorgehen müsse. Obwohl es weit leichter ge- wesen wäre, unter Benutzung der ersten Auflage ein ganz neues Buch zu schreiben, hielt ich mich dazu nicht für befugt, sondern war vielmehr bestrebt, den Text durch möglichst geringe Eingriffe mit dem gegenwärtigen Stand der Forschung in Einklang zu bringen. Nur wo mit solchen Mitteln nicht zu helfen war, entschloß ich mich zu radikalen Umgestaltungen oder zu größeren Zusätzen. Trotz dieses konservativen Verfahrens ist allein der Umfang des vorliegenden ersten Teiles um 5 Bogen gewachsen. Die Abweichungen der neuen Auf- lage von der ersten äußerlich kenntlich zu machen, erwies sich bei der eben dargelegten Bearbeitungsweise als unmöglich. Die Auseinandersetzungen mit Muir, Sprenger und Weil habe ich fast alle stehen gelassen. Wenn auch der Standpunkt dieser Gelehrten jetzt vielfach überholt ist, so sind doch ihre Forschungen von epochemachender Bedeutung. Aus den letzten 4 Jahrzehnten gibt es über die Entstehung des Qoräns ver- hältnismäßig wenig Arbeiten, und noch viel geringer ist die Zahl der wertvollen Publikationen. Sollte von diesen etwas Wesentliches übergangen sein, so ist es ohne Absicht geschehen. Die arabischen Traditionswerke sind im allgemeinen nach Büchern, Kapiteln und (oder) Paragraphen zitiert. Wenn die Abschnitte allzu umfangreich waren, mußte Band- und Seitenzahl einer bestimmten Ausgabe beigefügt werden. Es ist schade, daß sich in der Hadit-Literatur nicht eine feste Paginierung wie im Talmud eingebürgert hat.
Für zahlreiche Ratschläge und Berichtigungen bin ich außer dem Verfasser der ersten Auflage, meinem teuren Lehrer Th. Nöldeke, zu besonderem Danke verbunden den beiden Gelehrten, welchen dieses Buch gewidmet werden durfte, meinen hochverehrten Freunden Prof. Dr. I. Goldziher in Budapest und Regierungsrat Prof. Dr. C. Snouck Hurgronje in Leiden. Erst nachdem mein Manuskript vollendet war, haben mir, auf meine Bitte, Th. Nöldeke und I. Goldziher ihre Hand- exemplare einige Tage zur Verfügung gestellt.
Die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften und das Großherzoglich Hessische Staatsministerium haben mir die Mittel bewilligt, um in Kairo, dieser Hochburg muhammedanischer Gelehrsamkeit , qoränwissenschaftliche Studien zu betreiben, wofür ich auch hier meinen ehrer- bietigsten Dank ausspreche.
Die Bearbeitung hat sich sehr lange hingezogen, weil ich, unter der Last anderer literarischer Aufgaben und einer vielseitigen Lehrtätigkeit, mich der Qoränforschung nur mit großen Unterbrechungen widmen konnte. Die Drucklegung, welche im Frühjahr 1008 begonnen hatte, mußte ich wegen einer unaufschiebbaren Studienreise nach der Türkei ein halbes Jahr lang einstellen.
Der zweite Teil, einschließlich der literarischen Einleitung, soll im nächsten Jahre erscheinen. Die Vorarbeiten zum dritten Teil sind an einem wichtigen Punkte ins Stocken geraten, da es mir noch nicht möglich war, die in den Bibliotheken von Paris, London und Petersburg aufbewahrten alten Qoränhandschriften zu untersuchen. Bei meinem vor- jährigen Aufenthalt in Konstantinopel wurde mir von solchen I iodices Leider nichts zugänglich. Doch habe ich die begründete Hoffnung, auch diese, seither allzu ängstlich gehüteten, Schütze bald zu < iesicht zu bekommen.
Giessen 27. August 1909.
Fr. Schwally.
Table des matières (sans l’index des sourates)
Erster Teil.
Über den Ursprung des Qoräns.
1. Über Muharnmeds Prophetie und Offenbarungen. A. Muhammed als Prophet. Die Quellen seiner Lehre.
Begriff der Prophetie. Art der prophetischen Begabung Muharnmeds. judische und christliche Einflüsse. Schriftliche und mündliche Quellen. Die Verbreitung der Lese- und Schreibekunst im alten Arabien. Ver- hältnis Muharnmeds zu Zaid b. ’Arar und Umayya b. abl Salt. Heidnischer Einschlag im Islam. Das persönliche Element von Mu- harnmeds Religionsstiftung S. 1 20
B. Über die Offenbarungen Muharnmeds.
Verschiedene Arten derselben. Psychogene Erregungszustände. Der an- gebliche Mentor des Propheten. Dahya. Länge der Offenbarungen. Namen derselben. Stil. Reim. Refrain. Wortspiele. Strophenbau. Schriftliche Aufzeichnung der Qoränstücke. Zusätze und andere Ver- änderungen, die von Muhammed selbst ausgehen. Die sieben Abruf (Lesarten). Aufhebung von Offenbarungen. Die Originalität des Qoräns und sein Verhältnis zu den Offenbarungen des Propheten Maslama . S. 20—57
2. Über den Ursprung der einzelnen Teile des Qoräns.
Hülfsmittel zur chronologischen Bestimmung der Suren. Überlieferte chronologische Listen derselben S. 58 — 65
A. Die einzelnen Teile unseres jetzigen Qoräns.
a) Die mekkanischen Suren. Allgemeine Zeitbestimmung derselben. Ihr Inhalt und Charakter. Ein- teilung dieser Suren nachW. Muir, H. Grimme und H. Hirschfeld S. 66—74
Die Suren der ersten Periode.
Allgemeines. Schwurformeln am Anfang vieler Suren Betrachtung von
Sur 96 74. 111. 106. 108. 104. 107. 102 105. 92. 90. 94. 93. 97. 86. 91.
80. 68. 87. 95. 103. 85. 73. 101. 99. 82. 81. 53. 84. 100. 79. 77. 78. 88.
89. 75. 83. 69. 51. 52. 56. 70. 55. 112. 109. 113. 114. 1 . S. 74-117
Die Suren der zweiten Periode.
Allgemeines. Der Gottesname Rahmän. Betrachtung von Sur. 54. 37.
71. 76. 44. 50. 20. 26. 15. 19. 38.’ 36. 43. 72. 67. 23. 21. 25. 17. 27. 18
Die Suren der dritten Periode.
Allgemeines. Betrachtung von Sur. 32. 41. 45. 16. 30. 11. 14. 12. 40. 28.
39. 29. 31. 42. 10. 34. 35. 7. 46. 6. 13 S. 143-164
b) Die medlnischen Suren.
Allgemeines. Politische und religiöse Zustände in Yatrib vor der Higra. Die heidnische Bevölkerung und die jüdischen Stämme. Beispielloser Erfolg der islamischen Propaganda in dieser Stadt. Die „Wankel- mütigen" (Munäfiqün). Inhalt und Stil der raedinischen Suren. Be- trachtung von Sur. 2. 98. 64. 62. 8.47. 3. 61. 57. 4. 65. 59. 33. 63. 24. 58. 22. 48. 66. 60. 110. 49. 9. 5 S. 164—234
B. Die im Qorän nicht erhaltenen Offenbarungen Muhammeds.
Texte, Übersetzungen und Varianten. Unterscheidungsmerkmale zwischen qoränischen und außerqoränischen Offenbarungen . . . S. 234—261


