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Mohammed. Einleitung in den Koran. System der koranischen Theologie (Hubert GRIMME)

 

GRIMME (Hubert), Mohammed. 2. Teil, Einleitung in den Koran, System der koranischen Theologie, Münster, i. W. : Aschendorff, ("Darstellungen aus dem Gebiete der nichtchristlichen Religionsgeschichte ; 11"), 1895, XII+186 p.

L’auteur

Hubert Grimme fut professeur de langues sémitiques à l’université de Fribourg et de Münster.

Préface (extrait intégral sans les notes, p. VII-IX)

Meinem im Jahre 1892 erschienenen Buche : Mohanmed, I. Teil : Das Leben, füge ich hiermit Fortsetzung unc| Ergänzung an, wobei jedoch jeder Teil den Wert eines in sich abgeschlosse- nen Ganzen beansprucht. Denn wenn Band I die Zusammen- : fassung der Einzelnachrichtep uber Mohammeds Leben zum Bilde seiner religionspolilischen.Entwicbelung bezweckte^ so stellt diesie^ zweite in seinem Hauptteile das System der yon ihm ; yorgeU’age^. nen Lehre dar. wie sie uns der Koran in authentischef. Weise erhalten hat. Dabei lie& sich nicht umgehen, angesichts der yerr schiedepen Meinungen : fiber die Entstphiing dieses Religion^bup^eis. meine Ansicht yorzutragen und genauer zu begrunden ; denp nur bei prinzipieller KJarheit hieruber wie uber die Frage nach der chronologischen Anordnung der Suren, der deshalb ebeqfalls. ein Kapital gewidmet ist, kann ein genetischer Aufbau ,der lehre Mohammeds versucht werden.

Bin ich nun schon in diesen Voruntersuchungen nicht wenig von meinen Vorgangern abgewichen, so stehe ich im Hauptteile des Buches auf einem yon den Fruheren durchaus verschiedenen Boden. Wo bisher die Lehre Mohammeds zu Darstellungen ver- arbeitet worden ist — ihre Zahl ist im allgenieinen gering wie ihre Qualitat — daerscheint sie als ein mehr oder weniger buntes Gemisch von Lehrraeinungen und Vorschriften, bei dem von keinem System die Rede sein kann) ; auch die von Geiger so er- ? folgreich begonnene, doch spater nur wenig weitergeforderte Untersuchung uber die judischen Elemente im Koran hat immer nur ihren Blick auf Einzelheiten und nicht auf das Ganze gerichtet, so daS man sich mil der Registrierung einer Anzahl Einzel- erscheinungen begnugte. Dem gegenuber stellt sich mir die Lehre Mohammeds beziehungsweise des Korans als ein System dar, das mit starker Aniehnung an dasjenige des Sp§.tjudentums dennoch Eigenes genug bringt, urn unsere Achtung vor dem Sinnen und Denken des Propheten zu begrunden. Dafi der BegrifT dieses Systems von dem in langen Kriegsjahren der islamischen Welt- eroberung aufwachsenden Geschlechte vergessen, von der spaieren Theologie, die jeden Zusammenhang des Korans mit fruheren Reh’gionsideen leugnete, nicht in ursprunglicher Reinheit wieder aufgebaut worden ist, solches muMe auch uns lange den Blick verschleiern, beweist aber nichts fur die Annahme, es habe nie- mals bestanden. Ich hoffe, die folgenden Blotter werden darthun, wie viel Feinheiten an Ausdrock und Gedanke der Koran mehr, als man bisher annahm, offenbart.

Nun zeigt der Koran auch manche Punkte des mohamme- danischen Systems in verschiedenen Entwickelungsstadien, cnt- sprechend dem verschiedenen Gharakter der drei Hauptphasen des Islams, der naiv-dogmatischen der fruhesten Zeit, der philo- sophisch-spekulativen der spatmekkanischen Periode, der prak- tischen in Medina. Ich habe mich bemuht, auch diese langsamen Verschiebungen von Ideen bei der Auseinandersetzung des Systems sorgf^Itig zu berucksichtigen.

Keineswegs erhebt aber diese erste zusammenfassende Dar- stellung der koranischen Theologie den Anspruch, alle einschlSl- gigen Fragen endgultig beantwortet zu haben ; der Koran wird fortfahren, den Scharfsinn unserer Gelehrten herauszufordern, die vergleichende Religionswissenschaft wird weiter zu manchen Einzelheiten neue Parailelen linden. Doch durfte an vielen SteU len das verschwommene Dunkel, in das der Koran bisher getaucht erschien, durch die vorliegende Arbeit etwas gelichtet worden sein. Manche nur skizzenhaften Auseinandersetzungen zu vollerer Abrundung zu bringen, ging mit dem Materiale des Korans nicht an. Hierzu werden in Zukunft die echten ^adlte benutzt werden mussen, zu deren Ausscheidung aus dem Wuste der gefalschten Traditionen das vorliegende Buch hoflfentlich gute Dienste leisten wird.

Endlich benierke ich noch , dafi dieser Band in ver- schiedenen Einzelheiten i) den ersten korrigiert ; ein Tag lehrt den anderen, und ich werde mich nie scheuen, eine friihere Behauptung, wenn sie haltlos geworden ist, selbst umzustofien.

Dem Entgegenkommen meines Herrn Verlegers verdanke ich die Zugabe der beiden Ansichten von Mekka und Medina. Sie sind nach bisher in Europa unbekannten photographischen Aufnahmen des ehemaligen Obersten im agyptischen Generalstabe Mohammed Pascha $ddiq angefertigt, die mir raein KoUege Pro- fessor Hefi bereitwiliigst zur Reproduktion uberlassen hat.

Freiburg, Schweiz^ im Oktober 1894.

Dep Verfasser.

Table des matières

Einleitung in den Koran.
- Entstehungsgeschichte des Korans 1
- Form und chronologische Reihenfolge der Koransuren 18

System der koranischen Theologie.
- Einleitung , … 30
- Koranische Dogmatik :

Gottes Maeht, Einheit und Güte 35 ; Begrenzung der Gottheit 43 ; Wohnung und Umgebung Gottes 47 ; Mittlerische Hypostasen Gottes 47 ; Erschaffung der Erde und des Menschen 54 ; Dämonen und Heidengötter 63 ; Heilsvermittlung und Offenbarung 71 ; Die Prophetengeschichten des Korans 79 ; Stellung Mohammeds unter den Propheten 98 ; Verhältnis des Menschen zu den ihm gebotenen Heilsmitteln . 105

Lehre von den Pflichten :

Die Pflichten im allgemeinen ; Begrifif der Rechtfertigung 110 ; Die Pflichten im besonderen 115 ; Erstes Gebot : Der Glaube 118

Zweites Gebot : A. Das Gebet 121 ; B. Wallfahrt und Opfer 126 ; G. Beobachtung der heiligen Monate und des ; Fastens 131 ; Der Glaubenskrieg 134

Diittes bis fünftes Gebot : Pflichten gegen die am nächsten stehenden Menschen 137 ; Sechstes bis zwfilftes Gebot : Grebote Ober das Veriialten’ gegen ferner stehende Menschen 143

Lehre von der Vollendung

Auferstehurig, Weltgericht, Paradies und Hôlle . . . .154 SchluBwort 166 ;

Exkurs : Die Benutzung des II. Briefes Petri in spfttmekkanischen Suren 170 ; Yerzeichnis der in Band I und II des "Mohammed" Qbersetzten Koranstellen 176 Yerzeichnis der Eigennamen und wichtigeren theologischen KunstausdrQcke in Band I und II des "Mohammed" 181

Voir en ligne: lire l’ouvrage dans son intégralité .
 
 
Publié le vendredi 19 février 2010
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