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Volkssprache und Schriftsprache im alten Arabien (Karl VOLLERS)

 

Vollers, Karl, Volkssprache und Schriftsprache im alten Arabien, Strasbourg, Verlag von Karl J. Trübner, 1906, VIII+227 p. (Texte en allemand, avec passages en arabe, et comparaisons en hébreu)

L’auteur

Karl Vollers était un orientaliste allemand et professeur de langues sémitiques à la faculté de philosophie de l’Université de Jena entre 1896 et 1909. Il fut directeur de la Bibliothèque Khedival au Caire et fut un spécialiste reconnu de la langue égyptienne contemporaine dont il proposa l’une des premières études modernes.

Présentation (introduction de l’auteur) p. 1-4.

Im nachfolgenden lege ich eine Reihe von Unter- suchungen vor, deren Zusammenhang nicht ohne weiteres in die Augen springt. Es sei mir daher gestattet, einige Worte der Erklärung zu geben.

Bei der Beschäftigung mit den Wurzeln w^y^ in den Mundarten wurde ich auf die Gesetze geführt, die im Kapitel 3 niedergelegt sind. Mehrere Fragen legten die Notwendigkeit nahe, die Gesetze der Angleichung im Arabischen zusammenhängend zu untersuchen und darzustellen (K^apitel 2). Als ich im Interesse ver- schiedener grammatischer Fragen auf gewisse Varianten des Qoräns stieß, tat sich mir — ohne Übertreibung — eine neue Welt auf und das Bedürfnis einer umfassenden Darstellung dieser in den Winkel gedrängten Sprache wurde unab weislich. Ich war mit dieser Arbeit noch nicht zu Ende , als sich mir im November 1904 der Schluß aufdrängte, dessen nähere Ausführung man im § 44 findet : der Qorän muß nach der alten Poesie über- arbeitet sein. Das den Reimen des Qoräns gewidmete Kapitel ist eine unentbehrliche Ergänzung der Qorän- sprache. Die Darstellung des Gegensatzes von Higäz und Temim bildete den Abschluß meiner Untersuchungen ; wie eng dieses Kapitel mit dem Hauptergebnis des Buches zusammenbängt, mag aus § 43m ersehen werden : es handelt sich zwar nicht um gleich große, aber um konzentrische Kreise.

So bilden die ersten drei Kapitel den Unterbau, die beiden letzten den Oberbau. Eine Anzahl von Fragen, die im Verlauf jener Untersuchungen mit geprüft und teilweise zu einem fruchtbaren Ende geführt wurden, mußten ausgeschieden werden, weil sie zu der Haupt- frage nur lose Beziehungen hatten, z. B. die Nisba, die gebrochenen Plurale, das Schriftproblem, eine zu- sammenfassende Darstellung der Lauterscheinungen, der Ursprung des I’räb, Wurzelschüpfung und neuarabische Fragen. Von allem wurde nur das herangezogen, was unmittelbar zweckdienlich schien.

Da im Frühjahr 1905 alle Untersuchungen im wesentlichen abgeschlossen waren, benutzte ich den in Alger tagenden Orientalisten - Kongreß, um die Ergeb- nisse vorzutragen. Es war am 20. April ; die mir zur Verfügung gestellte Zeit drängte zur äußersten Kürze. Da meine rein philologisch gehaltenen Ausführungen die religiöse Empfindlichkeit einiger Muslime reizten, bemerke ich zur Klarstellung noch Folgendes. Prof. H. Grimme (Freiburg, Schweiz) trat mir nach dem Vortrag auf Grund seiner metrischen Beobachtungen bei. Ein arabischer Gelehrter, dessen Name mir bei dem darauf folgenden Tumult leider entfallen ist, hatte den Mut, vom Kongreß eine arabische Übertragung meines französischen Vortrags zu fordern, um allen Arabern, denen die Wahrheit höher steht als Vorurteile, Gelegenheit zu geben, meine Thesen zu prüfen. Herr Cl. Huart (Paris) empfahl, den von mir betretenen Weg zu verfolgen, möge das Endergebnis richtig sein oder nicht. Mehrere Araber verteidigten mit kurzen Worten die herrschende Ansicht. Zwei Tage später übernahm der Seih Sa wis, ein Egypter, augenscheinlich im Namen einer Gruppe oder Partei, die Verteidigung der Tradition. Seine glänzende Rhetorik und sein leidenschaftlicher Ton konnten mich nicht überzeugen. Der Geist seiner Diatribe wird genügend durch die Worte gekennzeichnet, mit denen er sie schloß : „in Sachen des Qoräns nehmen wir (Muslime) nichts von einem Fremden Qi.^=>\) an" ! Meine These wurde von ihm schlechthin „lächerlich" (

Die besonderen Umstände, unter denen meine rein philologischen Aufstellungen auf das Gebiet nationaler und religiöser Polemik gezerrt sind, mögen das Ein- gehen auf diese Dinge entschuldigen. Mein warmer Dank gebührt den französischen Grelehrten, die unbe- kümmert um Stimmungen und Verstimmungen auch auf afrikanischem Boden für die Freiheit des wissenschaft- lichen Wortes eingetreten sind.

Table des matières

Einleitung (§1) 1

Kapitel 1 : Der Higäz und die Temim. West- und Ost- Arabisch (§§ 2—3) 4

  • § 2. (a — e) : Allgemeines ^
  • § 3. Besonderes S a. Wortton ; b. Ilamza ; c. ^ und o ; d. Gutturale ; e. ^jr> und Jö ; f. Umlaut (Imäla) ; g. rückschreitende Angleichung ; h. Gleitvokale ; i. Perfekt und Imperfekt ; k. Verbalstämme ; 1. dehnbare Wurzeln ; m. mittel- vokalige Wurzeln ; n. Wurzeln wV ; o. Nominalformen ; p. nominales Geschlecht ; q. Trab (a, ß) ; r. Pronomina ; s. Partikeln ; t. Syntax ; u. Lexikologie ; v. Umstellung (Metathese).

Kapitel 2 : Über Angleichung (§§ 4—9) 23

  • § 4. Übergewicht der rückschreitenden oder vorgreifenden Angleichung 23
  • § 5. Rückschreitende Angleichung bei Konsonanten … 25 (a : v-j — z a ß : ^^).
  • § 6, Rückschreitende Angleichung bei Vokalen …. 37
  • § 7. Vorschreitende Angleichung bei Konsonanten … 39
  • § 8. Vorschreitende Angleichung bei Vokalen 40
  • § 9. Wechselseitige Angleichung 41

Kapitel 3 : Die arabischen Lenes (§§ 10—11) 41

  • § 10. Allgemeines 41
  • § 11. besonderes 43 a. das Grundgesetz, theoretisch ; b. das Grundgesetz in Beispielen ; c. Bedeutung des Worttons ; Folge- rungen ; d. der Typus ittasäla ; e. verbales Fa’äla und Fä’ala ; f. gemeinsemitisches ahäd ; g. nominale M-Formen ; h. yalidu, yeledh, neladh ; i. der Typus yägalu ; k. der Typus luga ; 1. sekundäre Bildungen ; m. das Grundgesetz in der Wurzellehre ; n. das Grund- gesetz in den Mundarten ; o. der Typus fu’äd ; p. wü :’ü ; q. euphonisch-rhetorische Motive.

Kapitel 4 : Die Reime des Qoräns (§§ 12 — 13) 55

  • § 12. Allgemeines 55
  • § 13. Verzeichnis aller Reime (Sure 1 — 114) 59

Kapitel 5 : Die Sprache des Qoräns (§§ 14—43) …. 80

  • § 14. Allgemeines 80
  • § 15. Das Hamza 83 a. Allgemeines ; b. Erleichterung (Tahfif) ; c. Wurzeln Hamza^ ; d. Wurzeln Hamza- ; e. Wurzeln Hamza’ ; f. Schwund des Anlauts ; g. fester und loser Einsatz ; h. Hamza im Wortinnern nach einem Konsonanten (a — y) j ^- Hamza im Wortinnern vor einem Konso- nanten ; k. spurloser Schwund des Ilamza (a — ß) ; 1, Vorwegnahme ; m. theoretisches Hamza ; n. zwischen- vokaliges Hamza wird y, w, h.
  • § 16. Der Vokalismus 97 a. Gleitvokale ; h. Umlaut ; c. Verschiedenes (e, 6, ü, ä, Murmelvokale, Dehnung, imm).
  • §§ 17—29 (30) : Verbale Erscheinungen 106
  • § 17. Der Grundstamm 106
  • § 18. Der Stamm II ; . . 107
  • § 19. Der Stamm HI 107
  • § 20. Der Stamm Fafala 107
  • § 21. Der Stamm IV 108 a. das Material ; b. die Erklärung.
  • § 22. Die Stämme V und VI 111
  • § 23. Der Stamm VIII 112 a. Fat äla : Fai,’ äla ; b. die Grammatiker ; c. die Qorän- sprache ; d. engere und weitere Praxis ; e. zerstreute Spuren ; f. FatMla und Ifta’ala ; g. Itfa’äla durch Dentale und Sibilanten erkennbar ; b. Schätzung der f !ram- matiker ; i. die Stämme V und VI ; k. Itfa’äla in Wurzeln Hamza’ ; 1. Itfa’äla in Wurzeln w’y^ ; m. Eück- blick ; n. Wurzeln t’ aus vf\
  • § 24. Das innere (vokalische) Passivum 122 a. Allgemeines ; b. die Qoränsprache ; c. Fu il undFu’al.
  • § 25. Das Perfektum 126 a. Fa’« la ; b. Fehlen des vokalischen Auslauts ; c. pau- sales radi.
  • § 26. Das Imperfektum 128 a. Auslaut im Iddigäm ; b. Auslaut und Wohlklang ; c. Vokale der Präformative ; d. die charakteristischen Vokale des Imperfekts ; e. 3 p. f. pl. : tafalna ; f. der Subjunktiv ; g. der Energikus.
  • § 27. Die dehnbaren Wurzeln 131 a. Perfekt mar, far ; b. Imperfekt yäfir und Ähn- liches ; c. amädd :ämad ; d. farar und andere Typen ; e. Analogie nach ramä ; f. der Stamm III ; g. ver- schiedene Wurzelübergänge ; h. tatälala ; i. färr. fa’arr, farr, fär ; k. qäm (a), räm (8) ; 1. andere Wurzelüber- gänge.
  • § 28. Mittelvokalige Wurzeln (w-y^) 141
  • § 29. Wurzeln w^y^ und mehrfach schwache Wurzeln . 142 a. Apokopatus ; b. Wurzelübergänge ; c. haiya ; d. yal- wüna.
  • § 30. Die verbalen und nominalen Suflixe 144 a. Pausalformen ; b. na(ni) — ni(nä) ; c. schwache Wur- zeln ; d. Verschiedenes ; e. Nominales ; f. abati usw.
  • 5 31 (30) — 43. Nominale Erscheinungen 149
  • § 31. Der Artikel 149
  • § 32. Fä^l und Fail 149
  • § 33. Der Typus mait 150
  • § 34. Die M-Formen 151
  • § 35. Der Elativ 152
  • § 36. Die Nisba 152
  • § 37. Die Zahlwörter 154
  • § 38. Gebrochene Plurale 154 a. If’äl ; b. Fiiil ; c. rüs ; d. Fa’lä ; e. lülin ; f. Fi’l : Ffal ; g. Plurale und Singulare ; h. der Typus gawär, Schiffe.
  • § 39, Die Femininendung 156 a, Schwund ; b. geschichtliche Zeugnisse für ah(a) ; c. at ; d. Chronologie ; e. im Reim usw.
  • § 40. Der Dual 159 a. al Bahrein ; b. elfein ; c. Qor. 20, 6G ; d. Qor. 2, 122.
  • § 41. Der männliche Plural 162
  • § 42. Der Akkusativ 163
  • § 43. Das I’räb 165 a. Allgemeines ; b. Iddigäm - Formen ; c. der Higäz ; d. abü usw. ; e. im Reim ; f. gawär usw. ; g. im Ver- bum ; h. Wegfall im Darg ; i. Grenzen des Trab ; k. im Nomen und Übertragung von da aus ; 1. ’ Arab und Hadar ; m. Verhältnis zu Ost und West ; n. lahn ; 0. Fortdauer des I’räb.

Kapitel 6 : Folgerungen 175

  • § 44. ’Arabiya. — Qorän und Poesie. — Der Qorän wurde nach der Poesie überarbeitet. — Gründe und Grund- sätze der Überarbeitung. — Entstehung der arabischen Philologie. — Folgen des Ausgleichs. — Ausblicke.

Nachträge und Exkurse 186

Indices 197

(Qoränstellen, Arabisches, Aethiopisches, Aramäisches Assyrisch-Babylonisches, Hebräisches, Europäisches).

Autre édition

Volkssprache und schriftsprache im alten arabien : philologische untersuchungen zur klassichen arabischen sprache mit besonderer berücksichtigung der reime und der sprache des qorâns mit sieben wörterverzeichnissen / Karl Vollers. - Neudruck der ausg. Strassburg 1906, Amsterdam : Apa - Oriental press, 1981, VIII+227 p. ISBN 90-6023-310-7.

Voir en ligne: lire l’ouvrage (éd. 1908).
 
 
Publié le samedi 13 mars 2010

 
 
 
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